Hypothetische Maschinen

Der Künstler spricht über Gedankenexperimente und spekulative Inszenierungen am 21.2. - Foto: Stefan Riebel

Karl Heinz Jeron, Berlin. Athen (GRC)

Karl Heinz Jeron ist aktueller Stipendiat des 23. Atelierprogramms der ACC Galerie und der Stadt Weimar, das unter dem Thema "Romanze mit der Revolution" steht.

Sein Arbeitsvorhaben während seiner Residenz dreht sich um Orwells Animal Farm und Lenin: Jeder kleine Schritt könnte ein großer werden, jede kleine Differenz eine große. Seine Arbeiten aus den letzten zehn Jahren inszenieren den Zusammenhang zwischen Zufall und freiem Willen. 

Soziale Medien wollen uns glauben machen, dass das Zufallsprinzip keine Rolle mehr spielt. Nicht so in Jerons Arbeiten. Er vertraut dem Serendipitätsprinzip, arbeitet synthetisch. Dazu verwendet er öffentlich abrufbare Kommentare aus Facebook und Twitter für ein absurdes Schauspiel. Wie ein Synthesizer erzeugen seine hypothetischen Maschinen immer wieder neue aleatorische Kompositionen aus dem was ist und gehen zugleich darüber hinaus.

Ich ist ein Anderer, Credo und Taktik der avantgardistischen Lyrik der Moderne, taucht plötzlich aus der Oberfläche der Kommentare wieder auf. Das Spiegelstadium der medialen Gesellschaft ist erreicht.

Tabea Cermak (17.01.2017)

Dienstag, 21. Februar 2017, 20:00 Uhr, ACC Galerie
Eintritt: 2 € | erm.: 1 €