Willkommen im Freiluftinhalatorium

Dauer der Ausstellung: 30. August bis 12. Oktober 1997

Yvonne Kuschel (DE) | BECK (DE)

Willkommen im Freiluftinhalatorium

Yvonne Kuschel | BECK: Willkommen im Freiluftinhalatorium, 1997.

30. August bis 12. Oktober 1997

Yvonne Kuschel (DE) | BECK (DE)

Cartoons und heitere Zeichenkunst, Comics und komische Grafik zeigte das ACC exakt in jenem Jahr, in dem BECK sich als „kryptischer Zeichner auf der Grenze zwischen Politik und Nonsens“ der „ernsthaften“ Cartoonkunst zuwandte. In seinen schwarz-weißen oder pastellfarbig kolorierten, vielschichtigen, schnörkellosen und bissigen Strichzeichnungen traf Alltäglichkeit auf Groteske. „Zu BECKs Kunstgriffen gehört, möglichst weit voneinander entfernte und scheinbar unvereinbare Sachverhalte miteinander in Verbindung zu setzen. Dies gelingt ihm vor allem bei seinen Cartoons zu tagespolitischen Ereignissen und Themen. BECK bricht komplexe Sachverhalte auf eine alltägliche Ebene herunter und dekonstruiert sie darüber hinaus mit Hilfe von Wortspielereien.“ (Matthias Schneider). Yvonne Kuschels von hinterhältigen Kommentaren begleitete surreal-poetische Arbeiten waren „doppelbodige und liebevoll spöttische Kritzeleien im besten Sinne: schräg, expressionistisch, farbenfroh und selbstverständlich abstrahiert.“ (Katharina Kleppe) Am liebsten, so sagte sie, wäre sie eine Art Bankelsängerin, die mit und zu ihren Bildern Geschichten erzählt. „‹Schlanke Taille ist ganz wichtig›, wusste ein Bild, auf dem verschieden geformte Vasen zu betrachten waren. In einer steckte, bis zum Hals eingeschlossen, eine Frau. ‹Mein Auto hat total gesponnen›, behauptete eine Zeichnung, auf der eine Frau zu sehen war, nach deren Gestik zu urteilen das Gefährt zumindest auf Baume geklettert sein musste.“ (Susanne Fischer) Die Kuschel-BECK-Schau wirbelte die Besucher vorbei an mehreren hundert Blättern, seine Erwartungen, Verwirrungen und Missverständnisse humorvoll spiegelnd.