nothing in common

JULIANE STIEGELE (DE)

WALTER BERGMOSER (DE)

nothing in common

20. Januar bis 25. Februar 2001

Dass Stiegele und Bergmoser oder ihre Werke nichts gemein hätten, war eher ein rhetorischer Einstieg. Beide brachten Spannung zwischen Leere und Fülle in die partiell unbegehbaren, nur einsehbaren Räume, Bergmoser brachte Dunkel, Stiegele das Licht, sie die Aktion, er die Ruhe. Sparsam, akzentuiert, wohltuend klar gab Stiegele der Leere Form, gewährte kleinen, weißen, hölzernen Menschenskulpturen, sich im ACC einzunisten. In miniatur- oder modellhaften En vironments – Eingriffen und Einbauten aus Plexiglas und Holz – gingen die Figuren, mal fl eißig und neugierig, mal zurückhaltender, immer souverän ihren Tätigkeiten nach, beherrschten die sie umgebende Weite. In Walter Bergmosers Visuellem Tagebuch waren binnen dreier Jahre gesammelte Aufnahmen in Viererblöcken so arrangiert, dass sie neue, eigene Short Stories ergaben. Einen anderen Raum beherrschten die Abwesenden: überlebensgroße, dunkel gehaltene Porträts von Gesichtern und Händen, die auch wenig äußeres Licht erhellte. Die Porträtierten hatten geschlossene Augen, schliefen nicht, waren nicht tot. Sie ruhten in sich, ihr Sehen und Sprechen ging ins Innere, eine Kraft, die sie auf das ihnen unsichtbare Gegenüber zu übertragen vermochten. Ähnliches passierte mit den Händen, die auch reden, sich öffnen oder verschließen, tatenlos herabhängen oder deuten konnten. Mit der Zeit strahlten die Körper von innen, öffneten sich langsam, aber eindringlich dem Betrachter. So wie die kleineren Menschenbilder der Installation Der leise Klang deiner Sohlen tötet meine Seele, in der Abwesende zu Anwesenden wurden und man leise Bewegungen in völliger Finsternis spürte.