When Violence becomes Decadent

Kurator: Shaheen Merali

Ausstellung vom 10.2. bis 5.5.2013

Sarnath Banerjee

Binu Bhaskar 

Rajib Chowdhury

Samit Das 

Natasha de Betak 

Probir Gupta 

Rajkamal Kahlon 

Jitish Kallat

Leena Kejriwal 

Oliver Laric 

Simit Raveshia

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When Violence becomes Decadent | Kurator: Shaheen Merali

Sarnath Banerjee: Those Furry Things, 2009

Ausstellungsdauer vom 10.2. bis 5.5.2013

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Gefördert durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, die Stadt Weimar und den Förderkreis der ACC Galerie Weimar.

“Mit der Andeutung When Violence becomes Decadent kreisten meine Recherchen und Analysen zum zeit- genössischen Indien um das Auffinden der Identitäten und Subjektivitäten, die mittels künstlerischer Diskurse und Notationen entstanden – angesichts einer turbulenten Vergangenheit, die fest verwurzelt ist in einer Nation mit großen Ambitionen und vielen Aggressionen.

Wie gehen wir damit um, dass Millionen Menschen verhungern – während sich weitere Millionen zu einer neuen Mittelschicht herausbilden, inmitten einer weiteren Million Trugbilder und Ungerechtigkeiten, welche die ‘größte Demokratie der Welt’ ausmachen?

Der Ausstellungstitel reflektiert einige meiner Bedenken der letzten Jahre, als Kurator, der sich in der globalen Arena substanziell mit Künstlern auseinandersetzt und sich in der letzten Zeit darauf konzentrierte, Bedingungen und Phänomene der schöpferischen Suche bei Künstlern aus Indien und dem Iran zu verstehen. Insofern liegt mein Interesse in der Betrachtung der umfangreichen Problematik der Repräsentation von ‘Minderheiten’ in Ausstellungen. Dabei möchte ich dazu anregen, Wege zu beschreiten, die das Kuratieren zur transparenten und kohäsiven Rechercheform werden lassen.

Bringt man die Werke für When Violence becomes Decadent zueinander, beginnt man, sich Rahmen, Rahmung und Rahmenbedingungen der Dekadenz und Gewalt im Kontext Indiens zu vergegenwärtigen. Dieser unermessliche, brodelnde historische Raum, nach seiner Unabhängigkeit 1947 nun in der postkolonialistischen Ära gezeichnet von einer neu zu lesenden, turbulenten und verlustreichen Geschichte, ist ein Nationalstaat. Indem man sich dem großen Dichter, Philosophen und ersten asiatischen Nobelpreisträger Rabindranath Tagore (1861–1941) zuwendet, der eine elementare Rolle bei der Geburt der indischen Nation und ihrer Loslösung von den kolonialen Fesseln spielte, findet man in ihm einen der führenden Denker, dessen künstlerische Tätigkeiten das Verfassen von Schriften (Lyrik, Drama und erzählerische Texte), das Inszenieren eigener Texte und Kompositionen und die Malerei umfassten. Diese waren verbunden mit seinem kulturellen Aktivismus, darunter die Entwicklung einer bis heute relevanten universellen Lehre mit Rückbezug auf ursprüngliche, ländliche Prinzipien, die verblüffende Handlungsweisen offenbart.

Wir brauchen, wenn das Ausstellungsmachen als wahrhaft experimentell angesehen wird, einige hilfreiche Antworten oder gar Formeln, um die Ergebnisse jener Akte der Kontemplation in Umlauf zu bringen, eine Verbreitung jenseits der sprichwörtlich großen Erzählung. Wenn, wie bislang behauptet, kuratorische Strategien tatsächliche Alternativen sind und wirkliche Entwicklungen, Herausforderungen und Veränderungen innerhalb eines unersättlichen Marktes oder Raumes möglich machen, dann müssen die Formungen und Strukturen, die sich mit diesen Strategien ergeben, auch als ein Set von Ergebnissen für uns zugänglich sein, um mit Zuversicht die Zukunft anzusteuern.”

Shaheen Merali

Ausführliche Beschreibung

Zeitungsartikel

TLZ: Hunger und Gewalt statt Bollywood-Romantik im Weimarer ACC

TLZ: Neue Ausstellung im ACC hat Indien im Blickpunkt

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