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Clara Carvajal (*1970), die zweite Stipendiatin des 27. IAP Rückzug, ist vom Juni bis September Gast der Stadt Weimar. In ihrer Arbeit The Displaced Hive: for a performance of images 2 wird sie anhand des Massentourismus auf dem Mount Everest und der durch Covid-19 verursachten Leere der Städte und klassischen Tourismusattraktionen untersuchen, wie sich traditionelle kulturelle Konzepte im Heute so stark wandeln können, bis sie das Gegenteil ihrer ursprünglichen Bedeutung verkörpern. Sie betrachtet, warum wir die „Einsamkeit in der städtischen Wüste leichter empfinden ..., als jene auf dem trostlosen Gipfel eines Berges“. Dieses Phänomen inspirierte Carvajal dazu, die Überfüllung ebenjener abgelegenen Orte bei gleichzeitiger Entleerung und Verwahrlosung der einschlägigen Touristenzentren künstlerisch aufzuzeigen und jene Umkehrung in ihren Werken zu reflektieren. Sie plant dabei dasselbe Bild in diversen Medien und Techniken zu zeigen: als Fotografie, als Holzschnitt und gestempelt – dieses Konzept, sie nennt es The Biology of Image, soll die Macht und Wirkung des gewählten Mediums unterstreichen.

Wir sind Tamir Erlich und Noy Haimovitz, ein Künstlerduo aus Israel, das zusammen lebt und arbeitet. Wir freuen uns, im Rahmen des 27. Internationalen Atelierprogramms von ACC und Stadt Weimar zum Thema „Rückzug“ in Weimar zu sein. Vor allem nach mehreren Jahren, in denen sich unsere Kunstpraxis auf Werke konzentrierte, die in der Krise bezüglich der gesellschaftspolitischen Hierarchien Israels mit ihren Machtdynamiken und ästhetischen Manifestationen entstanden. Es fühlt sich richtig und fast ganzheitlich an, einen Schritt zurück aus dem intensiven Polit-Umfeld Israels zu machen und sich nach Weimar zurückzuziehen. Wir versuchen, an einem neuen, scheinbar neutralen Ort eine breitere Perspektive auf unsere Arbeit und Praxis zu gewinnen. Nach den ersten Aufenthaltswochen interessiert uns nun, wie sich die reiche Stadtgeschichte mit dem touristischen Alltag, der Bewahrung und Berichterstattung politischen Wissens und den menschlichen Bewegungen in der Stadt vermisch(t)en. Natürlich haben wir viel über das israelisch-deutsche Verhältnis diskutiert und wie es unsere Wahrnehmung des Lebens in Weimar beeinflusst. Im Moment fragen wir uns jedoch, wie wir persönliche und biografische Schnittpunkte mit der gegenwärtigen Lebenswelt der Stadt, ob nun imaginär oder real, ermitteln können.