The Redeeming Wrecks. Ausstellungsgrafik UZI. | © K-N studio

Nächste Ausstellung: Yochai Avrahami - The Redeeming Wrecks

23. August 2019 - 10. November 2019 | Eröffnung: 22. August, 20 Uhr

Kuratiert von Kristina Semenova (DE/RU) | Gefördert von Kulturstiftung des Freistaates Thüringen, Stadt Weimar, Thüringer Staatskanzlei — Abteilung Kultur und Kunst und Förderkreis der ACC Galerie.

Die Einzelausstellung des in Tel-Aviv lebenden Künstlers Yochai Avrahami zeigt seine Installation "UZI" (2010/2018), die die Wechselwirkung der Biographie des Bauhaus-Künstlers Erich Glas mit dem Erbe seines Sohnes, dem Erfinder der Uzi-Maschinenpistole, untersucht. Uzi Gal, alias Uziel, alias Gotthard Glas, war der Sohn von Eri Glas, alias Erich Glas: Offizier der preußischen Armee und Luftbildner im Ersten Weltkrieg, der am Bauhaus studiert hatte und mit seiner ersten Frau Maria in Weimar lebte. Sie erzogen ihren Sohn neben dem Bauhaus-Musterhaus am Horn. Die Wendungen und Windungen des Lebens und der Geschichte brachten Erich nach Palästina, nicht ohne seinem Sohn die modernistische Genetik zu hinterlassen.
Avrahami konstruiert eine historische Erzählung, die möglicherweise real, möglicherweise fiktiv ist, durch eine selektive Bearbeitung von Fakten, Gefühlen und Ansichten, die von Menschen geäußert werden, die in verschiedenen Perioden am Leben von Erich Glas und Uzi Gal beteiligt waren. Er wechselt zwischen verschiedenen Standorten in Deutschland und Israel und durchsucht dabei Archivmaterialien. Er untersucht Radierungen von Uzis Vater, alte Familienfotos sowie Skizzen und Luftaufnahmen. Aus verschiedenen Lebenswegen und Orten wird eine fragmentierte Geschichte gesponnen, die an einigen Stellen historische Fakten zu berühren scheint, an anderen verwirrt und subjektiv wird. Das Leben der Juden in Deutschland vor dem Aufstieg der Nazis zur Macht, das Kibbuz-Leben in jenen Jahren, die Beziehung zwischen den gebürtigen Israelis und den Flüchtlingen, die vor dem nationalsozialistischen Europa geflohen waren, der Grad des Wissens über oder der Verleugnung der Ereignisse in Europa - allesamt entstehen vorübergehend aus den Geschichten. Inmitten all dessen spielen Architektur, Design und Kunst der Epoche eine große Rolle und fungieren als Werkzeug, um Assoziationen zwischen den Bereichen Kunst und Kriegsführung herzustellen.

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Curated by Kristina Semenova (GER/RUS)

The solo exhibition of Tel-Aviv based artist Yochai Avrahami presents his installation‚ UZI’ (2010/2018) which explores the interdependence of the biography of Bauhaus artist Erich Glas as well as the heritage of his son, the inventor of The Uzi submachine gun. Uzi Gal, aka Uziel, aka Gotthard Glas, was the son of Eri Glas, aka Erich Glas: an officer in the Prussian army and an aerial photographer during World War I, who had studied at the Bauhaus and lived in Weimar with his first wife, Maria. They raised their son in the house next to the Bauhaus’s Haus am Horn. The twists and turns of life and history have led Erich to Palestine, not without bequeathing to his son the modernist genetics…
Avrahami constructs a historical narrative which is possibly real, possibly fictive, by means of a selective editing of facts, feelings, and views voiced by people involved in Erich Glas’ and Uzi Gal’s life during various periods. He moves between different sites in Germany and Israel, perusing archival materials. He examines etchings created by Uzi’s father, as well as old family photos, along with sketches and aerial photographs. A fragmented story is spun from the various people and places, at some points seeming to touch upon historical facts, and at others becoming confused and subjective. The life of the Jews in Germany before the Nazi’s rise to power, kibbutz life in those years, the relationship between the native-born Israelis and the refugees who had fled Nazi Europe, the degree of knowledge about or denial of the occurrences in Europe—all momentarily emerge from the stories. In the midst of all this, the period’s architecture, design, and art play a major role, functioning as a tool with which to establish associations between the spheres of art and warfare.