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Wo ist Zuhause, Mama?

22. Februar 2020 - 10. Mai 2020

Yvonne Buchheim (*1972 in Weimar) war 2003 Stipendiatin des 9. Internationalen Atelierprogramms der ACC Galerie und der Stadt Weimar „herkunft niemandsland“ und lebte (neben Weimar, wo sie aufwuchs) in München, Belfast (Nordirland), Dublin (Irland) und Bristol (Großbritannien). Als Künstlerin und Pädagogin ist sie daran interessiert, die Rolle von Kunst im Alltag zu hinterfragen. Als interdisziplinär agierende Künstlerin arbeitet sie nicht selten in öffentlichen Kontexten, in denen sie das Publikum auf unerwartete Weise einbezieht, von der absichtlichen Teilhabe bis zur zufälligen Begegnung. In den daraus entstehenden Kunstwerken versucht sie, die komplexen Beziehungen zwischen ihr selbst, der Öffentlichkeit und der Bedeutung des jeweiligen Ortes zu ergründen.

Als sie 2012 nach Kairo (Ägypten) zog, erlebte sie einen gesellschaftlichen Wandel und wurde sich ihres Lebens als Außenseiterin bewusst. Von dieser Position aus drehte sie die Kamera auf sich selbst und ließ zu, dass persönliche Erfahrungen zu einem Schrittmacher für das Entstehen ihrer neuen künstlerischen Arbeit werden. In ihrer aktuellen künstlerischen Praxis entstehen Zeichnungen und Fotografien, die in Stop-Motion-Animationen neben persönlichen Erzählungen lebendig zu werden scheinen, in denen Yvonne Buchheim über Verlust, Identität und Zugehörigkeit reflektiert. Diese intimen Themen zielen darauf ab, eine Verbindung zu breiteren sozialen Anliegen herzustellen, die den Fokus auf unser Selbstbild in einer fragmentierten Welt legen.

Yvonne Buchheim unterrichtete zehn Jahre lang Bildende Kunst an der University of the West of England, bevor sie 2012 nach Kairo zog, wo sie ihre Bildungs- und Kunstprojekte fortsetzte. Ihre Werke konnte sie in zahlreichen Ausstellungen der Öffentlichkeit vorstellen. Anlässlich ihrer Langzeitstudie Song Archive Project wurde sie mit der Produktion einer monografischen Publikation ausgezeichnet. Yvonne Buchheim lehrte Bildende Kunst an der American University of Cairo, bevor sie 2015 zum Cairo Institute of Liberal Arts and Sciences wechselte. 2017 war sie Co-Kuratorin von Spring Sessions, einem alljährlichen hunderttägigen Lernprogramm mit Künstlerresidenz in Amman, Jordanien.

Ihre pädagogischen Projekte verbinden Theorie mit Praxis, um herauszufinden, wie wir verschiedene Formen von Wissen verstehen und schätzen lernen können. Während dieses Prozesses experimentieren die Teilnehmer*innen mit Kunst, Kreativität und Spiel, um Motivationen und Methoden zu bestimmen, mittels derer sie sich vorstellen, was in einem breiteren sozialen Kontext möglich ist.

Die Ausstellung in den zwanzig Räumen der ACC Galerie Weimar (400 qm) ist Yvonne Buchheims bisher umfassendste Einzelpräsentation.