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Heimat / Homeland (2020)

Internationales Atelierprogramm der ACC Galerie und der Stadt Weimar (seit 1994)

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Rosa Nussbaum (Deutschland/Großbritannien/USA) | 2. Stipendiatin

Rosa Nussbaum (Deutschland/Großbritannien/USA), Künstlerin und 2. Stipendiatin des Atelierprogramms der ACC Galerie und der Stadt Weimar.

26. Internationales Atelierprogramm von ACC und Stadt Weimar 2020/21 Thema: Heimat | Homeland

Rosa Nussbaum (*1991), nach Mikhail Lylov (RU) und vor Paul Wiersbinski (DE) von Juni bis September 2020 zweite Stipendiatin des 26. Internationalen Atelierprogramms der ACC Galerie und der Stadt Weimar zum Thema Heimat|Homeland, thematisiert mit ihrem Projekt »The Black Stick« and »The White Stick« die »Lebenslüge« ihres rumänisch-jüdischen Großvaters, der sein ganzes Leben lang vorgab, im ersten arabisch-israelischen Krieg (1947–49) verwundet worden zu sein, indes diese Verwundung tatsächlich, wie er ganz kurz vor seinem Tod erst bekannte, von einem Kampf mit Wilderern in der Nähe von Bukarest stammte. Sie untersucht die Geschichte der Verwundung ihres Großvaters als Mikrokosmos, der davon erzählt, wie sich Familie und Geschichte überschneiden und wie unzugänglich die Wahrheit sein kann. Rosa Nussbaum studierte Kunst in Oxford, London und Austin (Texas, USA). Aufgrund coronabedingter Reiseeinschränkungen kann ihr Weimaraufenthalt im Städtischen Atelierhaus nicht am 1.6. beginnen. Auf eine Ausreisemöglichkeit aus den USA wartend, wird sie bereits dort mit ihrer Weimarer Arbeit beginnen.

Werk-Update der 2. Stipendiatin | Rosa Nussbaum, derzeit Philadelphia (US)

«Diesen Monat habe ich mich mit Reparationen beschäftigt. Ich besitze eine Aufnahme von meiner Mutter, die meinem Großvater beim Ausfüllen seines Reparationsformulars hilft. Meine Mutter sagt, mein Großvater habe Entschädigung erhalten, aber als sie mir Kopien seiner Korrespondenz von der Conference on Jewish Material Claims Against Germany schickte, waren dies alles Ablehnungen. Es ist eine interessante Zeit, über Reparationen nachzudenken. Ich lebe in Philadelphia, Pennsylvania, und es ist Juni 2020, ein Monat, der von den größten Protesten in den USA seit der Bürgerrechtsbewegung geprägt ist, ausgelöst von George Floyds Ermordung durch die Polizei. Zum ersten Mal seit meinem Umzug in die USA stehen Gespräche über den Rassismus voll im Vordergrund, mit der tatsächlichen Möglichkeit eines gesellschaftlichen Wandels. Mit diesem Dialog ist erneut die Frage nach Wiedergutmachung für die Sklaverei aufgekommen. Wie klingt es also, eine Entschädigung für systemische Staatsgewalt zu beantragen? Das und mehr ist in der 1. Folge meines Audiotagebuchs zum Thema Heimat auf www.acc-weimar.de nachzuhören.»

Anneke FSJ (03.04.2020)

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Audio: ep-2-v1.mp3