All These Moments – The Future of Artistic Storytelling
32nd International Studio Program of the ACC Galerie Weimar and the City of Weimar
Beteiligte Künstler*innen
Lesedauer etwa 2:22 Minuten
All These Moments – The Future of Artistic Storytelling
I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off (the) shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhäuser Gate. All those moments will be lost in time, like tears in rain. Time to die.*
* https://en.wikipedia.org/wiki/Tears_in_rain_monologue
In Ridley Scott's film Blade Runner, Decker, being close to death, is not only saved in a humanitarian act by the Replicant Batty. Batty's final monologue is also an act of transmission: after all their pursuit and struggle, transience does not have the last word. Despite his reticence, Decker is a listener; what Batty is able to say at the end of his own short life creates a moment beyond hostility. Part of what Batty saw had to be passed on—and Decker becomes the bearer of this memory. Inspired by this, the 32nd International Studio Program of the ACC Galerie and the City of Weimar returns to the old concept of narrare humanum est: we ask what current forms of artistic storytelling exist and which are needed in the spaces of memory? How do we relate to all these moments that are constantly lost in time and with time? How do we choose from so many experiences to preserve that which is lasting and significant? How important to us are authenticity, realism, and truthfulness in storytelling in times of fake news, alternative facts, AI, violence, invasion, and war?
Im Februar 2026 wird in diesem Zusammenhang unter dem Titel All These Moments – The Future of Artistic Storytelling (All diese Augenblicke – Die Zukunft künstlerischen Erzählens) das 32. Internationale Atelierprogramm der ACC Galerie und der Stadt Weimar beginnen. Bis zum 30. November 2025 erreichten uns überwältigende 278 Bewerbungen von Künstler*innen aus aller Welt für dieses Programm. Am 6. Dezember 2025 kam eine hochkarätige Kunstfachjury in der ACC Galerie zusammen, bestehend aus Axel Wieder, Direktor der Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst (DE); Marte Kiessling, Künstlerin und derzeitige IAP-Stipendiatin (DE); Victor del Oral, Künstler und früherer IAP-Stipendiat (MX, DE); und Susanne Bosch, Künstlerin (DE). Diese Jury entschied sich für folgende drei Künstler*innen:
Ella Ponizovsky Bergelson (Israel/Deutschland, lebt in Berlin) befasst sich von Februar bis Juni 2026 in ihrem Projekt A Witness mit der Rolle von Augenzeugen bei der Ausformung des kollektiven Gedächtnisses und der freilich immer eher instabilen Erinnerung. Nach eigenen Worten wird die Künstlerin dazu in der ACC Galerie mittels bildender Kunst wie auch Performance das Visualisieren der Sprache und ihrer Auslöschung näher erkunden, um etwas vom Wandel des Erzählens vor dem Hintergrund von Migration, Ideologisierung und Zensur sichtbar zu machen.
Dino Zhang (China, lebt in London) untersucht von Juni bis September 2026 in Weimar unter dem Titel Spectral Machines, wie postindustrielle Architekturen in Deutschland den Geist der Moderne verkörpern. In einer Mehrkanal-Montage, die Archiv- und Dokumentaraufnahmen kombiniert, zeigt er Verflechtungen von Geschichte, Macht und Moderne. Zugleich betrachtet seine Arbeit Beziehungen zwischen Mensch, Maschine und politischer Subjektivität in einer Welt, die von Beschleunigung, Automatisierung und ideologischen Widersprüchen geprägt ist.
Sophie Allerding (Deutschland/Brasilien/Bolivien, lebt in Rotterdam) entwickelt von Oktober 2026 bis Januar 2027 ein partizipatives Storytelling-Projekt mit dem Arbeitstitel Echoes of Extinction. Sie wird durch Rollenspiele und gemeinsames Singen Formen der Trauer um den Verlust der Artenvielfalt realisieren, indes ihr sehr wichtig ist, dass zu Trauerritualen auch das Prinzip Hoffnung gehört. Durch die Integration von tragbaren Skulpturen und Vokalpartituren in einem Live-Rollenspiel macht die Künstlerin aktuelle Auslöschungsformen und neue Zukunftsentwürfe sinnlich erfahrbar.
Die in Weimar entstehenden Kunstwerke werden die drei Stipendiat*innen im Frühjahr 2027 in der ACC Galerie Weimar gemeinsam ausstellen.