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Atelierprogramm

Rodrigo Arteaga, «Cyanobacterial Cultures», Detail, 2025, Bild: Cornelia Erdmann

H20

30. Atelierprogramm von ACC Galerie und der Stadt Weimar

Die Stadt Weimar und die ACC Galerie Weimar sind auch 2024/2025 wieder Gastgeberinnen für Künstlerinnen und Künstler, die im Rahmen des 30. Internationalen Atelierprogramms „H2O“ im Städtischen Atelierhaus Weimar leben, forschen und künstlerisch tätig sein werden.

1994 von der ACC Galerie Weimar und der Stadt Weimar ins Leben gerufen, ist das Internationale Atelierprogramm das älteste seiner Art im Freistaat Thüringen. Bislang waren 88 Künstlerinnen und Künstler aus mehr als 40 Ländern in Weimar zu Gast. Die 30. Ausschreibung mit dem Titel „H2O“ richtete sich dabei auf diesen so vieldeutigen und mittlerweile wieder intensiv diskutierten Begriff, der im Zeitraum 2024/2025 von den nun ausgewählten Stipendiatinnen und Stipendiaten künstlerisch zu erkunden ist.

Dazu hat eine Kunstfachjury am 9. Dezember 2023 in der ACC Galerie 33 internationale Bewerbungen bewertet. Die Jury bestand aus Tuçe Erel (Kuratorin, Kunstschriftstellerin und Kulturarbeiterin, Berlin), Ulla Seeger (Referentin für Bildende Kunst bei der Kulturdirektion der Stadt Weimar), Ana Prvacki (Künstlerin, Berlin), Mirja Rosenau (Redakteurin bei ART - Das Kunstmagazin, Ahrensburg), Prof. Peter Benz (Präsident der Bauhaus-Universität Weimar) und Dr. Cornelia Erdmann (Künstlerin und Kuratorin, Hongkong/Weimar). Nach einer fünfstündigen Sitzung hatte sich die Jury für folgende vier Künstlerinnen und Künstler entschieden:

Rodrigo Arteaga (*1988, Chile) wird von Juni bis September 2024 unter dem Titel „Liebesträume“ mit Cyanobakterien, die in Weimarer Gewässern vorkommen, eine Reihe von Musikstücken (frei nach Franz Liszt) neu entstehen lassen. Jede Note wird so genau wie möglich auf ein Biotray in Form einer Partitur aufgebracht, sodass die Cyanobakterien diese Noten wachsen lassen und erweitern und den Klang der Musik verändern, indem sie Verfall und Neuzusammensetzung einbeziehen.

Marte Kiessling (*1981, Deutschland) untersucht von Oktober 2024 bis Januar 2025 mit ihrem Projekt „iNature – Water“ Schäden, die wir an unserer Lebensquelle Wasser anrichten. Teile der Ilm sollen als Hintergrund für Videoarbeiten dienen, zudem Forschungen über die chemische Zusammensetzung des Wassers erfolgen, Wasserproben für eine Serie von Drucken verwendet werden, und dies in Zusammenarbeit mit Forschern des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz.

Agata Szymanek (*1990, Polen) wird im Februar 2024 unter dem Namen „Pools & Mirrors“ über den Prozess des Reinigens und ‚Perfektionierens‘ von Wasser und über dazugehörige Vorstellungen in unseren Köpfen meditieren, indem sie eine imaginären Reise um eine gigantische Kläranlage unternimmt, welche den Raum einer ganzen Stadt einnehmen könnte.

Selma Khadija Kahoul (*1996, Schweiz) befasst sich von März bis Mai 2024 in einem mehrteiligen, multimedialen Performance-Projekt (Arbeitstitel „queer waters: I am“) mit Schnittstellen zwischen kollektiver Wissensproduktion und materialbasierter ästhetischer Forschung zu flüssigen Biomaterialien. Verhandelt wird ‚Wasser’ als eine Praxis der Queerness – mit Blick auf Fähigkeiten, neue Lebensweisen zu inspirieren beziehungsweise zu erschaffen.

Die vier Stipendiatinnen und Stipendiaten werden ihre in Weimar dann entstandenen Werke im Frühjahr 2025 in in einer Ausstellung der ACC Galerie gemeinsam präsentieren.

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