Egill Sæbjörnsson

Egill Sæbjörnsson: Strompet, 2014.

Den Künstler, Performer, Musiker und Komponisten Egill Sæbjörnsson, witzig, erfindungsreich und tiefsinnig, verwirrend und überraschend, interessiert die Verbindung zwischen geistiger und physischer Realität, zwischen dem, was wir denken und dem, was in der Welt um uns herum passiert. Erkennbar ist dies bei auf Objekte projizierten Videos wie Strompet oder Tea Time (beide 2014). Die Videos können als die Gedanken oder geistige Realität, die Objekte als physische Realität wahrgenommen werden — oder umgekehrt. Ausgebildet in Zeichnung und Malerei, ist Egill Sæbjörnssons Zugang zur Kunst eine Art technologische Fortsetzung der Malerei. Aus seiner Sicht waren alle Kunstwerke schon immer lebendig und an unserer Schöpfung genauso beteiligt, wie wir sie schufen: «Kunst ist eine unabhängige Spezies, die sich zusammen mit den Menschen entwickelt hat. Kunst ist wie der Hund, der sich aus dem Wolf entwickelt hat, als der anfing, mit dem Menschen mitzugehen. Wir haben die Kunst nicht unter Kontrolle, sie hat gleichzeitig uns geformt.» Egill Sæbjörnsson zelebriert mit spielerisch-schöpferischer Kraft diese Beziehung Mensch-Umwelt, wenn er ontologische Fragen auf amüsante Art aufwirft. Die Wechselbeziehung zwischen all diesen Komponenten deutet auf eine experimentelle Arbeitsweise, deren Ergebnisse — Egill Sæbjörnssons Arrangements — nicht als bloße Installationen beschrieben werden können. Sie sind Performancebühne, skulpturale Ansammlungen und dreidimensionale Zeichnungen in der Illusion und Magie des projizierten Videos plus Sound in einem.

ACC Redaktion (23.02.2018)