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Künstler*innen

Walter Determann: Entwurf für eine Bauhaus-Siedlung, 1920., Aquarell und Tusche auf Papier, Leihgabe der Kunstsammlungen zu Weimar.

Walter Determann

Walter Determanns "Entwurf für eine Bauhaus-Siedlung Weimar" (1920, Aquarell und Tusche auf Papier, Leihgabe der Kunstsammlungen zu Weimar, Faksimile) führt den Gedanken der architektonischen Idealvorstellung weiter und damit auch sein Dilemma - er sperrt sich der Ausführbarkeit. "Im Frühjahr 1920 hatte Gropius einen studentischen Wettbewerb zu einer Bauhaus-Siedlung in Weimar ausgeschrieben, von dem zwei Entwurfsstufen von Walter Determann mit zahlreichen Zeichnungen und Modellfotos überliefert sind. Während der erste Entwurf eine Streusiedlung mit Holzbauten für gemeinschaftliches Arbeiten und Wohnen in einem lockeren Kiefernbestand Am Horn vorsah, entwickelte Determann im zweiten Entwurf ein komplexes und in sich geschlossenes Siedlungsmodell wie eine Idealstadt des 18. Jahrhunderts auf einer Fläche von 500 x 400 Metern. Beiderseits der zentralen Achse gruppieren sich Atelierhäuser für die Meister, Werkstattgebäude, Studenteninternate, Gutshof und Kindergarten sowie die Hauptgebäude für Gemeinschaftsaktivitäten. Im Zentrum befinden sich ein Theater und Stadion nach griechischem Vorbild, das von einer sechsseitigen Glaspyramide akzentuiert wird. Die angestrebte Autarkie der Bauhaus-Siedlung wird durch die Ummauerung mit vier Leuchttürmen an der Nordseite, die nach Weimar weist, unterstrichen. Während der Lageplan wie eine expressionistische Grafik wirkt und stadtplanerische Ideen der englischen Gartenstadtbewegung aufgreift, wirkt das Hauptgebäude wie eine kubistische Plastik, inspiriert von den kristallinen Architekturvisionen Bruno Tauts. Im bewussten formalen Kontrast dazu entwarf Determann das Haus der Körperschulung in organischen Formen." (aus "Bauhaus Weimar - Entwürfe für die Zukunft", herausgegeben von Michael Siebenbrodt, Klassik Stiftung Weimar).

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