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  • Galerie und Kulturzentrum in Weimar
  • So–Do 12–18, Fr–Sa 12–20
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Künstler*innen

Fallen Fruit: Fruit Machine, seit 2009.

Fallen Fruit

US, gegründet 0104

Von allen Lebensmitteln hat Obst eine besondere symbolische Bedeutung: Es steht für Fruchtbarkeit, Schönheit und Gastlichkeit. Ähnlich farbenfroh, frisch und bunt wie die Aktionen des Künstler-Kollektivs sind, begegnet uns auch der apfelgrün gestrichene Raum mit den großformatigen Fotografien fruchtessender Jugendlicher an den Wänden. Offen und einladend sind die in der Galerie verteilten „Fruit Maps“ (zu finden auch im Eingang, Leseraum). Die Frucht als bedingungsloses Geschenk und Gemeinschaftsbildner ist das Fundament des Kollektivs Fallen Fruit. 2004 begannen David Burns und Austin Young (früher mit dabei war Matias Viegener) öffentliche Obstbäume in ihrer Nachbarschaft in Los Angeles zu erkunden und entdeckten dabei eine kaum genutzte Quelle gesunder und ökologischer Ernährung am Straßenrand. Diese Entdeckung haben sie seitdem in zahlreichen Aktionen weltweit öffentlich gemacht: „Nimm nur, was du brauchst! Grüße Fremde! Teile dein Essen! Finde neue Freunde! Geh’ zu Fuß!“ steht als Motto auf den von ihnen erstellten und frei verteilten Obstbaum-Stadtplänen, von denen eine Auswahl hier zu sehen ist. Die Fallobst-Ernte verkochen sie mit Vorliebe in „Public Fruit Jams“, zu denen sie die Öffentlichkeit einladen, um Konfitüren zu kochen und spontane Gemeinschaften herzustellen, oder, wie im Video „Fruit Machine“ auch Obstverweigerer für den süßen Snack zu begeistern. Das Video „Double Standard“ (31:55 min) begleitet eine geführte Nahrungssuche des Kollektivs in seiner Nachbarschaft in L.A. aus zwei Kameraperspektiven. Über der Zweikanal-Projektion liegt ein Textblock aus Kommentaren zu einer Fernsehsendung über diese Führung, die bei YouTube gepostet war. Die Verschmelzung von Echtzeit-Aufnahmen und Kommentaren, darunter zahlreiche bösartige und diskriminierende sowie wenige scharfsinnige, schafft damit einen offenen Disput über das Projekt und über die Frage nach der Grenze zwischen öffentlichem und privatem Raum.

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