Die Kunstszene von Wuhan — von Chinas Peripherie zum Zentrum

Kranichpagode in Wuhan, Grafik: Anneke Wieduwilt.

Vortragsserie mit Workshop

Die englischsprachige Vortragsserie mit Workshop The Wuhan art scene, from the Chinese periphery to the center präsentiert, über Vorträge und Videointerviews, Schlüsselfiguren aus der Kunstszene von Wuhan, der «Stadt der Flüsse», dem «Chicago des Ostens», einer aufstrebenden 10-Millionen-Metropole und damit der zweitgrößten Stadt im Binnenland Chinas. Seit 2018 organisiert Dermis León Workshops und Vorträge am Visual Art Department des Hubei Institute of Fine Arts, einer der einflussreichsten Kunstakademien Chinas (die künftige Künstlergenerationen ausbildet) und forscht zu Künstler(innen) aus Wuhan. Wu Jing, eine junge Künstlerin und Lehrerin, arbeitet oft am gleichen Institut mit Dermis León zusammen und ist ein aktives Mitglied in Wuhans Kunstszene. Beide haben zum Leben und Wirken von maßgeblichen Künstler(inne)n der Provinz Hubei recherchiert und Videointerviews produziert. Mit seiner 3.500 Jahre alten Geschichte (bekannt sind die Ruinen von Panlong City) ist Wuhan ein berühmtes historisches und kulturelles Zentrum, der Geburtsort der Chu-Kultur wie auch die Kernstadt des Wirtschaftsgürtels am Jangtsekiang (dem längsten Fluss Asiens). Wuhan unterhält eine gigantische Universität, ist die Megacity jenseits der Kunstzentren von Beijing und Shanghai und hat eine äußerst lebendige Kunstszene, die vor allem von den Impulsen einflussreicher Künstler(innen) wie Shang Yang, Shi Chong, Zeng Fanzhi, Wang Du und Wei Guangqing profitiert. Der Workshop soll eine Plattform für einen fruchtbaren Dialog zwischen Kulturschaffenden aus Weimar und Thüringen und Künstler(innen) sowie Kurator(innen) anbieten, die außerhalb von Beijing und Shanghai arbeiten, wo der Kunstdiskurs einen kritische(re)n Blick auf die dramatischen Veränderungen in Chinas Gesellschaft entfaltet. Was steckt hinter dem ökonomischen Wunder Chinas und dem chinesischen (Kunst)Modell? Es werden Arbeiten chinesischer Künstler(innen) diskutiert und präsentiert, deren Praxen und Strategien eng verflochten sind mit dem gesellschaftlichen Gefüge und Zusammenhang, aus dem sie kommen. Dermis León ist eine Kunstkritikerin und Kuratorin, die in Berlin lebt. Ihren MA in Curatorial Studies erhielt sie vom Center for Curatorial Studies am Bard College, Annandale-on-Hudson (US). Sie untersucht u.a. die Beziehungen zwischen lateinamerikanischen, europäischen und Künstler(innen) aus Nahost hinsichtlich ästhetischer Fragen von Identität, Geschlecht, Transkulturalität, Mobilität und Immigration. Erster Tag: Vorträge von Kuratorin Dermis León und Künstlerin Wu Jing. Zweiter Tag: Videointerviews mit Künstler(inne)n aus Wuhan; Performance und Präsentation von Arbeiten von Wu Jing.

Schedule: 13.1.20, 18:00-18:30: lecture by curator Dermis León and artist Wu Jing about key influential artists in the Wuhan art scene (artists presented: Fu Zhongwang, Huang Hairong, Lang Xuebo, Li Jikai, Li Yu & Liu Bo, Shang Yang, Shi Chong, Wang Du, Wang Zun, Wei Gangqing, Xu Wentao, Zeng Fanzhi, Zhou Hong, Zhou Xianglin); 18:30-18:50: conversations, questions from the audience; 14.01.20, 18:00-18:20: videos presenting artists from Wuhan art scene; 18:20-18: 45: preview of interview-videos made by Dermis León and Wu Jing; 18:45-19:00: performance and presentation of video works by Wu Jing.

Anneke FSJ (12.12.2019)

13. –14. Januar 2020,
Eintritt: frei!