Intergenerative Sprechstunde: Wem gehört die Stadt?

Intergenerative Sprechstunde: Wem gehört die Stadt?
Grafik: ACC Galerie Weimar

Nehmen wir mal an, dass unsere Gesellschaft ein Update gut vertragen könnte. Und setzen wir mal die Fähigkeiten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, in ungewohnten Kategorien zu denken, ganz oben auf die Agenda der Entwicklung von Problemlösungskompetenz …

Seit Sommer 2020 spinnt die ACC Galerie in loser Folge gemeinsam mit jungen Menschen innerhalb des partizipativ-künstlerischen Projektes «A Kids Headquarters» den Gedanken weiter, wie Gesellschaft auch anders sein könnte. Denn wer mitreden und mitbestimmen darf, wird auch mitgestalten wollen. Das Projekt «A Kids Headquarters» wird von Fonds Soziokultur unterstützt.

Zwei künstlerische Installationen, ein Speed Friending und fünf Lagebesprechungen mit 22 jungen Menschen später wagen wir den nächsten Schritt raus aus der Galerie, hinein in den öffentlichen Raum: Die junge Generation lädt ein zur «Sprechstunde», zum intergenerativen Dialog.

Von der Überzeugung getragen, dass nur im Dialog Erkenntnis und sinnvolles Handeln entstehen können, möchten sich junge Menschen drängenden Fragen und brennenden Themen stellen.

An vier Orten sind Passant*innen und interessierte Bürger*innen der Stadt eingeladen, mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ins Gespräch zu kommen. Der Ausgangspunkt sind die in den letzten Monaten vermehrt an Weimars Wänden auftauchenden Tags, Graffitis oder Parolen mit politischen Statements, teils mit zu Gewalt aufforderndem Inhalt. Mal konkret, mal zu Kürzeln verknappt oder auch non-verbal sind sie überdeutlich in den öffentlichen Raum eingeschrieben. Die Debatte darüber wird überall und nicht selten hitzig geführt. Aber welche Themen werden eigentlich an den Wänden «verhandelt»? Wem gehört die Stadt? Welche Interessen und Verantwortlichkeiten stehen welchen Bedürfnissen vor allem junger Menschen entgegen? Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es?

Die vier «Gesprächsinseln» werden optisch durch einen Parcours aus «Pappkameraden» verbunden. Das sind lebensgroße Figurensilhouetten, die mit Ausschnitten ebenjener «Aufreger» von Weimars Wänden bedruckt sind. Sie stehen sinnbildlich für die Sachbeschädigung, aber auch für Gesprächsbedarf im öffentlichen Raum. Sie sind die stumm-beredten Zeug*innen dessen, was die Stadt und die Welt gerade umtreiben.

Auf Initiative der Demokratiepädagogin Kathrin Schuchardt und der ACC Galerie Weimar haben sich die Klassik Stiftung Weimar, der Verein «Gerberstraße 1 e.V.» und das Team Jugendarbeit Weimar dem Projekt angeschlossen und werden es gemeinsam durchführen.
12 Uhr wird das Projekt von den Kooperationspartner*innen einer interessierten Öffentlichkeit in der ACC Galerie vorgestellt, 13 Uhr beginnen die «Sprechstunden». Die Teilnahme ist kostenlos.

ACC Redaktion (24.09.2021)

Samstag, 23. Oktober 2021, 12–17 Uhr, ACC Galerie + Innenstadt
Eintritt: Teilnahme ist kostenlos