Revolutionsversuche in Gesellschaft und Kunst:
 Anarchismus, Bauhaus, Dada

Vortrag im Livestream von Michaela Ott | Hamburg

Die Weimarer Republik ist aus der Novemberrevolution hervorgegangen. Aber die Novemberrevolution war eine unvollendete geblieben: Die Forderungen nach einer Sozialisierung wichtiger Industriezweige, nach einer umfassenden Selbstverwaltung der Produktion durch die Arbeiterinnen und Arbeiter oder nach der Entmachtung des alten Militarismus blieben unerfüllt. Dass die Novemberrevolution unvollendet blieb ist auch Vorbedingung für den Aufstieg der nationalsozialistischen Bewegung. Aber der Fortgang der Geschichte blieb auch in der Weimarer Republik umkämpft. In Gesellschaft und Kunst wurden Impulse aus der Novemberrevolution aufgegriffen und weiterentwickelt. Dies soll im Vortrag an drei Beispielen verhandelt werden: Anarchismus, Bauhaus, Dada. Innerhalb des Anarchismus wurden Gesellschaftsvorstellungen jenseits von Zwangskollektivierung und Vereinzelung entwickelt – dafür beispielgebend sollen hier die Ansätze Gustav Landauers skizziert werden. Im Bauhaus waren durchaus sozialistische Vorstellungen präsent, die eine Aufhebung der Klassengegensätze parallel zu einer Aufhebung des Gegensatzes von Industrie und Kunsthandwerk vorstellten. Und der Dadaismus richtete seinen Angriff gegen den verlogenen bürgerlichen Mief der Weimarer Republik, um den Gedanken umfassender Befreiung spürbar zu machen.



Michaela Ott ist Professorin für Ästhetische Theorien an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.

Achtung: Aufgrund der Corona-Pandemie wird dieser Vortrag per Videostream stattfinden. Link zur Teilnahme: bbb001hz.makeutopia.de/b/bil-qex-hw2 

Im Anschluss an den Vortrag werden Nachfragen an den Referenten möglich sein.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe «Kunst, Spektakel & Revolution» – einer Kooperation des Bildungskollektivs BiKo mit der ACC Galerie Weimar und der Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen. Weitere Infos: http://spektakel.blogsport.de

ACC Redaktion (16.04.2020)

Donnerstag, 7. Mai 2020, 20–22 Uhr, Livestream ins weltweite Netz
Eintritt: frei!