Widersprüche eines Kommunistenlebens – Ruth Fischer

Kunst, Spektakel & Revolution

Vortrag von Mario Keßler

Ruth Fischer war die Schwester des Komponisten Hanns Eisler und des Kommunisten Gerhart Eisler. Als Studenten rief sie im Zuge des ersten Weltkriegs eine linksradikale Gruppe ins Leben. In der Weimarer Republik gehörte sie innerhalb der KPD zum linken Flügel – was einerseits eine
unbedingte Politik des Aufstands bedeutete, andererseits eine bedingungslose Orientierung an der Sowjetunion. Im Zuge des „Schlageter-Kurses“ der KPD betrieb Ruth Fischer, die selbst aus einer jüdischen Familie stammte, zwischenzeitlich eine taktische Annäherung an die Nationalsozialisten mit. Im Zuge der Stalinisierung der KPD wurde sie als linke Abweichlerin aus der Partei ausgeschlossen. Im US-amerikanischen Exil publizierte Fischer kritische Analysen des Stalinismus – und arbeitete zeitweise für den amerikanischen Geheimdienst. Mario Keßler rekonstruiert einige Stationen des widersprüchlichen Lebensweges von Ruth Fischer. Mario Keßler ist Mitglied des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam.

Anneke FSJ (24.02.2020)

Donnerstag, 23. Juli 2020, 20 Uhr, ACC Galerie
Eintritt: 2 € | erm. 1 €