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  • Galerie und Kulturzentrum in Weimar
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Veranstaltungen

Everybody's Got Something To Hide Except Me And My Monkey

Einwöchige Performance

Mo, 07.03.2022–So, 13.03.2022
vor Ort, Eintritt: Teilnahme ist kostenlos

Emanuel Mathias (Leipzig).

Als ein Mischwesen aus Künstler, Forscher und Primat lebt und arbeitet Mathias in den Räumen der ACC Galerie und in dem nahegelegenen Park an der Ilm. In dem künstlerischen Forschungsprojekt An den Rändern des Feldes beschäftigt sich Mathias mit dem Nähe-Distanzverhältnis von im Feld arbeitenden Affenforscher*innen zu ihren Untersuchungsgegenstand, den Menschenaffen.
In diesem Zusammenhang entwickelt er eine ästhetische Forschungspraxis, in der die Perspektiven von Künstler, Forscher und Primat in Beziehung treten. Die Besucher*innen haben taglich um 16 Uhr die Möglichkeit den Künstler und sein Verhalten mit verschiedenen Werkzeugen und Methoden bei seiner Arbeit in der Galerie oder bei seinen täglichen Ausflügen im Park an der Ilm zu beobachten und zu dokumentieren.

An den Rändern des Feldes, seit 2017. Performance, Installation.
Der Künstler kommt ins Institut, weil er die Beobachter*innen beobachten möchte. Er arbeitet versuchsweise, denkt in Möglichkeiten, macht Vorschläge. Nach einer Weile spricht er wie sie, er denkt wie sie, er nutzt ihre Sprache. Er ist geprägt von ihrem Wissen und ihrer Sichtweise auf die Welt der Primaten. Dabei greift er gerne in ihre wissensbildenden, wissenschaftlichen Prozesse ein, spielerisch, neckend und spiegelnd. Er möchte mit dem  Anderen eine Beziehung eingehen.
Sie sagen ihm nach einer Weile: »Wir sind deine Affen« und lachen dabei laut. Für den Künstler ist es ein Durchbruch. Aber er hat auch Zweifel. Er fragt sich, wie er sich in diesem unbekannten Terrain ausdrücken kann, um verstanden zu werden. Er beginnt darüber nachzudenken, wie es sich anfühlt, der Beobachter des Beobachtenden zu sein.
Es bedeutet, jemanden anzuschauen und gleichzeitig sich selbst anzuschauen. Er fängt an, Notizbücher wie sie zu nutzen, Daten wie sie zu sammeln, ihnen Spitznamen zu geben und ihre Werkzeuge zu verwenden. Er packt in seinem Atelier Kisten mit seinem und ihren Werkzeugen und Habseligkeiten, um in den Wald zu gehen.
In eine der Kisten schmuggelt er ein Buch von Donna Haraway, mit dem Titel ›Primate Vision‹. Es beschreibt, wie eine Beziehung zwischen Menschen und Primaten aussehen könnte. In seiner Vorstellung liest er gemeinsam mit ihnen dieses Buch, während sie am Lagerfeuer sitzen, in der Nähe der Nester der Tiere, um dabei über das Verhältnis von Primaten,  Wissenschaftler*innen und Künstler nachzudenken.
Wie bewegt sich eine Affenforscher*in durch die  Welt? Ausgehend von Recherchen in den persönlichen Archiven von Primatolog*innen soll der Forscher als Individuum in seinem Forschungsmaterial sichtbar werden. Die Arbeit möchte dabei die Forscher*innen in ihrer stetigen Pendelbewegung zwischen subjektiver und objektivierender Wahrnehmung beschreiben. Es entsteht ein assoziatives Gegennarrativ einer wissenschaftlichen Erzählung.

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