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Veranstaltungen

In guter Nachbarschaft

In guter Nachbarschaft #29 mit Caren Jeß und Oh No Noh

Lesung und Konzert

Muss krankheitsbedingt leider verschoben werden
Sa, 18.06.2022, 19:00 Uhr
vor Ort, Eintritt: 5 Euro | ermäßigt: 3 Euro | Tafelpass: 1 Euro

Caren Jeß und Oh no noh, Bild: Caren Jeß: Micha Steinwachs, Marcus Rom: Fabian Kammerer

Zu Gast ist die Autorin Caren Jeß, die ihr neues Theaterstück Die Katze Eleonore vorstellt. Eine Autorin mit »ausgeprägtem Sinn für Komik, der sich überall entzünden kann – an einer rhetorischen Figur, einer Lautmalerei, Spiegelungen von Text und Bild oder einfach der x-ten Wiederholung der gleichen Situation.« (Eva Behrendt über Caren Jeß in theater heute 03/20)

Die Katze Eleonore
Eleonore ist eine Frau. Bis sie eines Tages merkt, dass sie eigentlich eine Katze ist. Weil sie finanziell unabhängig und alleinstehend ist, steht ihrer Umwandlung eigentlich nichts im Weg. Sie lässt sich einen Katzenfellanzug nähen, entmenschlicht sukzessive ihr Ess-, Schlaf- und Sozialverhalten. In Kopfgesprächen mit Dr. Wildbruch, einem Therapeuten, auf den ihr katzenhaftes Verhalten eine große Faszination ausübt, zeigt sich deutlich, dass auch Eleonores Denken zunehmend dem einer Katze gleicht. Ihre Distanzierung von menschlichen Wahrnehmungsformen, die es mit denen einer Katze bei Weitem nicht aufnehmen können, ist so nachvollziehbar beschrieben, dass die Transformation ihres Lebens weitaus mehr als nachvollziehbar klingt. Man könnte sogar sagen, verlockend.
Gleichzeitig bewegt Eleonore sich im Spannungsfeld der Unmöglichkeit, als Mensch tatsächlich eine Katze sein zu können. Die Biologie ist bei aller Anpassung nicht zu überlisten. Trotzdem passt sie sich so weit wie möglich an. Schlussendlich besteht ihr Leben nurmehr aus der Jagd nach Mäusen im Garten und Schlaf, die Reduktion auf Trieb und Instinkt. Wie sich die Sinne dabei erweitern und Gesellschaft absolut nebensächlich wird, davon erzählt der Monolog Eleonores mit einer Sprache, die in ihrer filigran poetischen Genauigkeit dem Wesen einer Katze sehr nah kommt – bei aller Ambivalenz. Denn der Rückzug des Menschen in die absolute Privatheit stellt auch die drängende Frage nach der Verantwortung, die wir im Einzelnen als Teil einer funktionierenden Gesellschaft tragen müssen.

Die Musik für den Abend steuert Oh No Noh bei. Das Projekt von Markus Rom aus Leipzig sucht nach Wohlklang in unkonventionellen musikalischen Settings, obsoleter Technik und alltäglichen Geräuschen. Soundtrack für das Ende eines Planeten, gespielt auf Maschinen, deren einziger Zweck eine unendliche Reparatur ist, so beschreibt die Presse diese Musik, und es stimmt: Oh No Noh’s Live-Setup, ein Arrangement aus elektrischer Gitarre, programmierbaren Robotern und einem Kassettendeck gleicht einem Klanglabor und klingt dennoch nach einem eingängigen Mix aus Indie, Ambient, Minimal Music und Electronica.

Zudem stellt ein Thüringer Nachwuchsautor eigene Texte vor im Rahmen unserer Offenen Bühne.


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