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Künstler*innen

Arti Grabowski: Natural Selection, 2013. October Fest, 2003. Sukcezor, 2007.

Arti Grabowski

PL, geboren 1977

Arti Grabowski studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Krakau und schloss sein Diplom mit Auszeichnung der Multimedia-Abteilung von Professor Antoni Porczak ab und ist wohl einer der bekanntesten Performancekünstler seiner Generation. Arti Grabowski realisierte in den vergangenen Jahren zahllose Aktionen, die stets voller Energie, Humor und nachdenklicher Kritik mit Wörtern, Assoziationen und Bedeutungen spielen. In seinen Arbeiten balanciert der Sohn eines Försters, Bergmanns, Rebells und Art-Brut-Künstlers zwischen Absurdität und Ironie, gewürzt mit dynamischer Vitalität und der Unberechenbarkeit seines Auftretens. Die Videodokumentation seiner Performance „October Fest“ (4:19 min) zeigt Grabowski von einer gedeckten Tafel speisend – in einem Schweinestall. Während er sich in zunehmender Kompromisslosigkeit seinen Gelüsten hingibt, leisten ihm nach und nach die eigentlichen Bewohner des Stalls Gesellschaft. Aus dem gesitteten Speisen wird ein animalisches Gelage und die Tafel nach allen Regeln der Kunst ruiniert. Unverhohlen wird hier gefragt: Wer ist eigentlich das Schwein? In einer weiteren Performance verwandelt Grabowski sich mit Hilfe eines Brotlaibs, aus dem er sich Epauletten und Helm schneidet, zum Feldherren, der daraufhin Zinnsoldaten und Ratten ins Schlachtfeld schickt. „Sukcesor“ (5:44 min) ist eine derbe Parodie auf alle Kriegsspielen und ihre Glorifizierung. Die Performance „Natural Selection“, die er 2013 bereits in Leipzig zeigte, ist eines der Hauptmaterialien nicht nur trockenes Brot – sondern auch der den Menschen eigene Hunger nach Aufstreben, himmlischen Sphären, Erfolg und Macht.

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