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Veranstaltungen

Kunst, Spektakel & Revolution

Russischer Formalismus und Ästhetische Theorie | Irene Lehmann (Berlin)

Kunst, Spektakel & Revolution, Jahrgang 11

Do, 19.05.2022, 20:00 Uhr
Eintritt: 3 € / erm.: 2 € / Tafelpass: 1 €

Im russischen Formalismus tritt die ästhetische Form ins Zentrum der künstlerischen Praxis und Reflexion – die Form selbst wird damit als poetisches und ästhetisches Prinzip gefasst, das die Beziehung von ästhetischer Wahrnehmung und poesis, von inhaltlichen und formalen Elementen strukturiert. Während Experimente mit der ästhetischen Form die gesellschaftlichen Umwälzungen und Revolutionen in Russland zwischen 1905 und ca. 1920 zum Ausdruck brachten und reflektierten, wurde der Formalismus als künstlerische und theoretische Richtung nach und nach abgewertet, verboten und seine Vertreter*innen verfolgt. Ein zentrales, kritisches Konzept des russischen Formalismus ist dasjenige der Verfremdung. Im Vortrag wird Irene Lehmann (Hamburg/Berlin) der Frage nachgehen, wie dieses Konzept vor allem von Viktor Šklovskij konzeptualisiert wurde – nicht zuletzt als künstlerische Strategie gegen gesellschaftliche Entfremdungsprozesse – und wie es im Bereich des Theaters von V.E. Mejerchol‘d, von Bertolt Brecht oder Valesca Gert auch über Russland hinaus auf künstlerischer Ebene in Erscheinung trat.

ZWISCHEN FEINDLICHEN LINIEN | Avantgarde und Widerstand in Osteuropa

Als Zentren der historischen Kunst-Avantgarde gelten oftmals Berlin und Paris – vollzogen sich doch in diesen Städten die Revolutionen von Dada und Surrealismus. Doch die Avantgarde war eine internationale (anti-)künstlerische Bewegung, die sich in verschiedenen Unterströmungen vollzog. In verschiedenen Ländern Osteuropas fand die Avantgarde besonders interessante Ausformungen. Vollzieht man diese Strömungen nach, wird man gezwungen, sich mit der Tragödie des 20. Jahrhunderts, den Folgen des 1. Weltkriegs, der Oktoberrevolution, dem Stalinismus und Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Die Geschichte der Avantgarde nimmt innerhalb dieser Geschichte eine konflikthafte Eigenposition ein. Die Veranstaltungsreihe will dem nachspüren. Während die ersten 7 Veranstaltungen sich auf konkrete historische Strömungen, Ereignisse und Personen konzentriert, soll in den letzten beiden Veranstaltungen eine theoretische Rahmung angestrebt werden.

Das 11. Programm der Veranstaltungsreihe Kunst, Spektakel & Revolution findet von Mai bis September 2022 statt, ist eine Kooperation des Bildungskollektivs mit der ACC Galerie Weimar und wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen und dem Bildungswerk Thüringen BWT.

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