Vom verschwiegenen Wert unserer Rohstoffe

Workshop zur globalen Ressourcengerechtigkeit, Foto: Martina Janochová.

Workshop zur globalen Ressourcengerechtigkeit mit Beate Schurath (INKOTA-netzwerk e.V.) und Oscar Choque (Ayni e.V.)

Deutschland gehört heute zu den führenden Exportnationen weltweit. Jedoch müssen viele der benötigten Rohstoffe aus dem Ausland bezogen werden. Das trifft vor allem auf sogenannte Seltene Erden zu, die in Smartphones, Computern oder Batterien verbaut sind. Hier profitieren die Industrienationen von den menschenrechtsverletzenden und umweltschädlichen Abbaumethoden vor Ort – denn je niedriger die Produktionskosten, desto höher die Gewinne.
Der Workshop greift Impulse der Ausstellung "School’s Out!" von Liz Bachhuber auf. In der Ausstellung, die noch bis zum 23.Februar 2020 in der ACC Galerie Weimar zu sehen ist, widmet sich die Künstlerin aus ganz unterschiedlichen Perspektiven dem globalen Ressourcenkreislauf und dem materiellen wie ideellen Wert, den Rohstoffe für die Gebrauchenden besitzen.

Beate Schurath und Oscar Choque vermitteln grundlegendes Wissen über die Akteur*innen, Instrumente sowie aktuellen Debatten der deutschen Rohstoffpolitik. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmenden anhand exemplarischer Wertschöpfungsketten einen Einblick in die menschenrechtlichen und ökologischen Folgekosten des weltweiten Wettlaufs um Ressourcen. Im praktischen Teil des Workshops werden konkrete Beispiele zivilgesellschaftlichen Engagements aufgezeigt, mit denen lokale Gemeinschaften in den Bergbaugebieten aktiv für ihre Menschenrechte eintreten.

Beate Schurath ist Referentin für Ressourcengerechtigkeit bei INKOTA Netzwerk e.V.
Die Kulturwissenschaftlerin war zuvor DED-Beraterin für den Schutz und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen im Pendjari Biosphärenreservat (Benin). Aktuell beschäftigt sie sich mit globalen ökologischen und menschenrechtlichen Standards zukünftiger Rohstoffnutzung.

Oscar Choque arbeitet als Eine-Welt-Fachpromotor für Rohstoffmärkte, Entwicklungen und Migrationsbewegungen bei Ayni e.V. (Leipzig/Dresden) und befasst sich mit den Zusammenhängen zwischen dem Rohstoffabbau im globalen Süden und der Rohstoffverschwendung im globalen Norden. Sein aktuelles Projekt thematisiert den Lithiumabbau im Dreiländereck (Argentinien, Chile und Bolivien) und die Frage der Partizipation der Gemeinden vor Ort.

**Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 14. Februar 2020 unter info@boell-thueringen.de**

ACC Redaktion (17.01.2020)

Mittwoch, 19. Februar 2020, 10–16 Uhr, ACC Galerie
Eintritt: Teilnahme ist kostenlos!