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Künstler*innen

Marcos Lutyens: Du côté de chez Swan, 2012.

Marcos Lutyens

Marcos Lutyens Rauminstallation „Du côté de chez Swan“ knüpft an Tue Greenforts dOCUMENTA (13)-Projekt „The Worldly House“ im Schwanenhaus der romantischen Kasseler Karlsaue an, einem von Donna Haraways Schriften über zwischenartliche Beziehungen und die Multispezies-Koevolution inspirierten Archiv. Einst erbaut als Winterbehausung für importierte, klimaverwöhnte schwarze Schwäne aus Australien und Neuseeland, denen es hierzulande zu kalt war, stand die von Wasser umgebene, märchenhafte Hütte jahrzehntelang leer, bzw. wurde von einem anderen Vertreter städtischen Tierlebens nachgenutzt: dem Waschbär. Ein aufgesockeltes Schwanenei, bemalt mit einem schwarzen Schwan, stand bereits in Kassel 2012 als Angebot, das den Austausch zwischen schwarzem Schwan und Waschbär ins Gedächtnis rief. Das Ei unterstreicht und symbolisiert – wenn auch nicht selten mit ironischem Unterton – den konstanten Austausch zwischen verschiedenen Spezies des Tierreichs und lässt die uns Menschen eigenen, selbstverherrlichenden Ansprüche, Anstrengungen und Theorien über unsere Beziehung zu Tieren komplett beiseite. Und trotz Einrichtung und Nutzung des bedeutenden Archivs gab es vielleicht Hoffnung, dass der Waschbär sich nicht von der Neunutzung des Blockhauses bedroht oder angegriffen fühlt. Darüber hinaus lässt eine Anordnung schwarzer und weißer Federn sitzenden Hörern Flügel wachsen, wenn sie zu Ohrenzeugen hypnotisierender Aktivitäten werden, die die Verwandlung eines Menschen in einen schwarzen und einen weißen Schwan nahe legen.

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