Plus zur aktuellen Ausstellung
Verdacht, Kunst und sexuelle Denunziation
Diego Castro, Berlin
Di., 22.04.2014, 20:00
Eintritt: 3 € / erm.: 2 € / Tafelpass: 1 €
Der Verdacht, also die Annahme, jemand habe übel gehandelt, hat seinen sprachlichen Ursprung in der «Vordacht». Gerne wird diese Nähe zur Vorverurteilung oder gar zum Vorurteil vergessen. Im Falle Edathy, in der Causa Wulf oder bei Uli Hoeneß schwingt die Vordacht mit, Politik und Institutionen hätten Dreck am Stecken. Der Mutmaßung, es könne sich bei den Bildern, die Edathy im Internet bestellte, um Kinderpornografie handeln, reichte bereits für die mediale Guillotine. Edathy verteidigt sich strategisch. Er behauptet nun, bei den von ihm bestellten Bildern handle es sich um Kunst. Das ist geschickt, denn er stellt damit der öffentlichen Meinung eine Falle. Der Kunstgehalt ist diskutabel, die juristische Situation unklar. Die öffentliche Meinung ist aber der gnadenloseste aller Richter. Über dieses brisante und sehr aktuelle Thema spricht Diego Castro, bildender Künstler und Autor aus Berlin. Von Februar bis Mai 2014 ist er Stipendiat der ACC Galerie und der Stadt Weimar.