zum Inhalt
  • Galerie und Kulturzentrum in Weimar
  • So–Do 12–18, Fr–Sa 12–20
  • +49 3643 851261

Ausstellungen

Mit krimineller Energie #3

Ausstellung Mi, 16.04.2014–So, 01.06.2014

unwanted_procedure_300dpi.jpg

Ausstellung des 19. Atelierprogramms der ACC Galerie und der Stadt Weimar

 

17.4. ­ – 1.6.

Eröffnung 16.4. | 20 Uhr

Nathania Rubin (US)

Nikolai Nekh (PT)

Caitlin Baucom (US)

 

Politikern, Polizisten und Staatsanwälten zum Trotz, das Deviante, Kriminelle und Mörderische sind unauslöschliche Bestandteile aller Gesellschaften. Ungeheure zivilisatorische Anstrengungen wurden von der archaischen Gesellschaft – in Form des Rituals und der Verbannung – bis zur modernen – in Gestalt des industriellen Gefängniskomplexes, der Sicherheitsindustrie und repressiver Architektur – aufgeboten, Normen, Ge- und Verbote aufrechtzuerhalten. Während die Zivilisation bemüht ist, das Gemeine, Gefährliche, Beängstigende zu unterbinden, ist der Trickster-Künstler vielleicht der Einzige, der – quasi stellvertretend – neben dem Verbrecher die Grenzen des Erlaubten, Wohlanständigen und Opportunen auslotet. Eine der Sozialfunktionen des Künstlers ist von Alters her die des Seismografen der Gesellschaft, er kostet vor, stapelt hoch, justiert neu, bricht Tabus, lebt und spielt vor, tut als ob, tauscht die Rollen, stellt (sich oder sein Umfeld) verquer oder auf den Kopf, überschreitet Grenzen und Gesetze. Bereits die Romantiker waren versessen auf Banditen, Hexen oder die Femme fatale, die entweder eine Art Gesellschaft außerhalb der Gesellschaft oder irrationale und unkontrollierbare Leidenschaften verkörperten. Wir möchten Parallelen, Wechselwirkungen, Abgrenzungen im Verhältnis zwischen Kunst und Verbrechen aufzeigen, wir möchten prüfen, ob, wie Joseph Beuys meint, Künstler und Verbrecher wirklich Weggefährten sind, weil beide über eine verrückte Kreativität verfügen, ohne Moral sind, nur getrieben werden von der Kraft der Freiheit. 

Diese Seite teilen